Portomarín
In der Provinz Lugo am Ufer des Miño gelegen, ist Portomarín einer der einzigartigsten und emblematischsten Orte des Camino Francés. Die historische Gemeinde, 25 km südlich von Lugo, ist Ziel der ersten Etappe ab Sarria und Vorraum der grünen, mystischen Landschaften der Ribeira Sacra.
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Geschichte von Portomarín
Die Geschichte des Ortes Portomarín geht auf seine Anfänge an einer alten Römerbrücke über den Miño zurück. Diese Brücke wurde im Mittelalter neu gebaut und ist seitdem ein entscheidender Übergang für die Pilger auf dem Jakobsweg. Am 18. Mai 1212 verlieh der Johanniterorden dem Ort die Stadtrechte (Fueros), die seine Verwaltung regelten und Portomarín erlaubten, zu einem anerkannten Ort der Region heranzuwachsen.
Im Jahr 1962 kam es zu einer bedeutenden Veränderung, als der Stausee von Belesar gebaut wurde. Dieses Ingenieurprojekt führte zur Verlegung des Ortes auf den nahen Monte do Cristo, wo mit großem Aufwand mehrere der wichtigsten weltlichen und kirchlichen Gebäude wiederaufgebaut wurden. Eines der herausragendsten Denkmäler dieses Wiederaufbaus ist die Kirche San Nicolás in unverwechselbarem romanischem Stil. Diese Kirche wurde ursprünglich vom Hospitalorden des heiligen Johannes von Jerusalem erbaut. Beim Umzug wurde jeder Stein der Kirche sorgfältig nummeriert, um sie am neuen Standort wieder zusammensetzen zu können. Es ist faszinierend zu sehen, wie ihre Struktur über die Jahre bewahrt und zugleich das architektonische Erbe der Region erhalten wurde.
Wenn der Wasserstand des Stausees sinkt, sind die Reste der alten Bauten zu sehen, die einst dort standen, und Besucher wie Einheimische können sich erinnern, wie der Ort in früheren Zeiten aussah. Elemente wie die Uferpromenade und die alte Brücke sind noch sichtbar und bieten eine Verbindung zur Geschichte von Portomarín.
Neben seiner beeindruckenden Naturlandschaft ist Portomarín auch für seinen köstlichen Aguardiente berühmt, einen traditionellen Tresterbrand, der zahlreiche Preise für seine Qualität gewonnen hat. Jedes Jahr am Ostersonntag versammeln sich die Einwohner auf dem Platz vor der Kirche zur „Festa do Augardente“. Während dieses Festes werden einige der besten Brände der Region hergestellt und geteilt, in einer Atmosphäre von Feier und Gemeinschaft rund um die lokale Tradition und Kultur. Dieses Fest ist nicht nur Ausdruck des Stolzes Portomaríns auf seinen Brand, sondern stärkt auch die Identität der Gemeinschaft und ihre Verbindung zum kulturellen Erbe der Gegend.
Was gibt es in Portomarín zu sehen?
Portomarín am Camino Francés
Im Jahr 2015 genehmigte die UNESCO eine bedeutende Erweiterung des berühmten Jakobswegs in Spanien. Diese Erweiterung erhielt den offiziellen Namen „Wege nach Santiago de Compostela: Camino Francés und Wege Nordspaniens“. Zur Unterstützung dieses Vorschlags und zur Bereitstellung aller nötigen Informationen reichte Spanien ein Dokument mit dem Titel „Retrospektives Inventar – Zugehörige Elemente“ ein. Dieses Inventar ist ein Verzeichnis mit Details zu verschiedenen bedeutenden Orten und Aspekten des Camino. In diesem Dokument wird unter der Nummer 695 ausdrücklich der Ort Portomarín genannt, mit einer Abgrenzung, die ein Umfeld zugehöriger Elemente dieses historischen Weges markiert. Das bedeutet, dass Portomarín, ein Ort von großer kultureller und historischer Bedeutung, klar in diesem Inventar identifiziert wurde, was seine Bedeutung im größeren Zusammenhang der Jakobswege unterstreicht.
Territoriale Gliederung von Portomarín
Die Gemeinde besteht aus hundertsechsundzwanzig Ortschaften, verteilt auf zwanzig Pfarreien:
- Bagude (San Bartolomeu)
- Bedro
- Belad (San Mamede)
- Caborrecelle (San Xulián)
- Castro
- Castromaior
- Cortapezas (Santa María)
- Fiz de Rozas (San Lourenzo)
- Gonzar (Santa María)
- León (San Martiño)
- Narón (Santa María)
- Nespereira (San Ciprián)
- Portomarín (San Nicolás)
- Recelle (San Pedro)
- Río
- Sabadelle (San Salvador)
- San Pedro de Portomarín
- Soengas (Santiago)
- Vilaxuste (San Pedro)
- Villarbasín
Portomarín
Portomarín ist ein unverzichtbares Ziel des Camino Francés, nicht nur als wichtige Etappe, sondern weil es eine einzigartige Verbindung aus gerettetem Kulturerbe, Natur, Landschaften des Miño und einer unverwechselbaren Gastronomie bietet. Seine in Granit gehauene Stadt spiegelt die historische Kraft und die ländliche Schönheit der Ribeira Sacra wider. Hier vereinen sich Tradition, Kultur und Camino in einem Herzschlag.
| Land | Spanien | |
|---|---|---|
| Autonome Gemeinschaft | Galicien | |
| Provinz | Provinz Lugo | |
| Comarca | Lugo | |
| Gerichtsbezirk | Chantada | |
| Lage | 42°48′26″N 7°36′57″O | |
| Fläche | 115,1 km² | |
| Einwohner | 1286 Einw. (2024) | |
| Dichte | 13,1 Einw./km² | |
| Einwohnerbezeichnung | portomarinense | |
| Postleitzahl | 27170 | |
| Schutzpatron | Cristo de las Victorias | |
| Website | www.concellodeportomarin.es | |








