Profil
Pfarrkirche San Esteban in Murias de Rechivaldo
Im Herzen der Comarca La Maragatería, in der Provinz León, liegt Murias de Rechivaldo, ein malerisches Dorf, das die Pfarrkirche San Esteban beherbergt. Diese im 18. Jahrhundert erbaute Kirche ist ein Bezugspunkt des religiösen und kulturellen Erbes der Region.
Murias de Rechivaldo: Ein Ort der Maragatería
Murias de Rechivaldo gehört zur Gemeinde Astorga. Bekannt für seine traditionelle Maragato-Architektur und seine Verbindung mit dem Camino Francés, war dieses Dorf Zeuge wichtiger historischer Ereignisse, darunter ein verheerendes Hochwasser 1846, das seinen Wiederaufbau an einem sichereren Ort erzwang.
Geschichte der Kirche San Esteban
Ursprung und Wiederaufbau nach dem Hochwasser von 1846
Die Kirche San Esteban wurde im 18. Jahrhundert erbaut und überstand glücklicherweise das große Hochwasser von 1846, das einen Großteil des Dorfes zerstörte. Dieses Ereignis markierte einen Wendepunkt in der Geschichte von Murias de Rechivaldo und festigte die Kirche als Symbol der Widerstandskraft und des Glaubens ihrer Bewohner.
Architektur der Kirche San Esteban
Eines der markantesten Elemente der Kirche ist ihr Glockengiebel, eine typische Struktur der Sakralarchitektur der Gegend. Er erhebt sich über der Kirche und ist über eine steinerne Außentreppe zugänglich, was dem Ensemble eine malerische Note verleiht.
Relief der Virgen del Pilar
Über dem Sturz des Hauptportals befindet sich eine Nische mit einem Relief der Virgen del Pilar, das den Jakobseinfluss und die Marienverehrung in der Region hervorhebt.
Gewölbe und Dekoration
Das Innere der Kirche überrascht durch seine eleganten Gewölbe. Die Hauptkapelle hat ein Kreuzrippengewölbe mit gotischen Einflüssen, während das Hauptschiff mit barocken Stuckarbeiten verzierte Gewölbe aufweist. Diese wurden 1748 vom Meister José de la Rosa geschaffen, das letzte blieb jedoch wegen seines Todes während der Arbeiten undekoriert.
Hauptretabel
Das Hauptretabel von 1780 ist klassizistisch mit Rokoko-Schmuck. Es gliedert sich in zwei Geschosse und eine Attika und beherbergt Bildnisse von San Esteban, Santa Bárbara, Santa Águeda, San Juan Bautista und San Blas. In der Attika befinden sich ein Ölgemälde der Schmerzensmutter und ein Relief der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Kleinere Retabel
Die Kirche besitzt auch mehrere kleinere Retabel:
- Nuestra Señora del Rosario: Aus dem 18. Jahrhundert, mit kannelierten Säulen und Rocaille-Schmuck, beherbergt Bildnisse der Virgen del Rosario und des heiligen Josef.
- Der Gekreuzigte: Im Barockstil, mit gedrehten Säulen und einer Schnitzerei des Gekreuzigten aus dem 17. Jahrhundert.
- Heiliger Antonius von Padua: 1763 geschaffen und 1765 vergoldet, zeigt Bildnisse des heiligen Antonius und des heiligen Michael.
Herausragende Kunstwerke
Zu den bemerkenswertesten Skulpturen gehört die des San Roque als Pilger im Inneren der Kirche, die die Bedeutung des Jakobswegs für den Ort widerspiegelt.
Neben dem Relief der Virgen del Pilar an der Fassade beherbergt das Hauptretabel ein Ölgemälde der Schmerzensmutter und ein Relief der Heiligsten Dreifaltigkeit, beide von großem künstlerischen und devotionalen Wert.
Die Kirche San Esteban am Jakobsweg
Murias de Rechivaldo liegt am Verlauf des Camino Francés. Die Kirche San Esteban dient den Pilgern als Bezugs- und Rastpunkt und bietet ihnen auf ihrem Weg zur Kathedrale von Santiago in Santiago de Compostela einen Raum der Einkehr und Spiritualität.
Religiöse Feiern in Murias de Rechivaldo
Die Kirche ist Mittelpunkt verschiedener religiöser Feiern, darunter:
- Patronatsfeste: Zu Ehren Unserer Lieben Frau und San Roque, am 15. August.
- Fest des San Esteban: Patron des Dorfes, gefeiert am 26. Dezember.
- Fiesta Sacramental: Vierzehn Tage nach dem Fronleichnamssonntag.
- Fest der Bruderschaft der Santa Águeda: Gefeiert im Februar.
Kuriositäten und Legenden
Der mündlichen Überlieferung nach stammt der Name Murias de Rechivaldo von einem Westgoten namens Rechivaldo, der sich nach seiner Flucht vor der arabischen Herrschaft in diesen Landen niederließ. Sein Mut und seine Verteidigung des Gebiets brachten ihm Anerkennung ein, und die Ländereien wurden als „las murias de Rechivaldo“ bekannt.
Pfarrkirche San Esteban in Murias de Rechivaldo
Die Pfarrkirche San Esteban in Murias de Rechivaldo ist mehr als ein religiöses Gebäude; sie ist ein Symbol der Geschichte, Kultur und Spiritualität der Region Maragatería. Ihre Architektur, Kunst und Traditionen machen sie zu einem Pflichtbesuch für alle, die den Jakobsweg gehen oder das reiche Erbe Leóns kennenlernen möchten.
Häufige Fragen
1. In welchem Jahrhundert wurde die Kirche San Esteban erbaut?
Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut.
2. Welche architektonischen Elemente fallen an ihrer Fassade auf?
Hervorzuheben sind der Glockengiebel und eine Nische mit einem Relief der Virgen del Pilar über dem Sturz des Hauptportals.
3. Welche Feste werden in Murias de Rechivaldo gefeiert?
Unter anderem die Patronatsfeste im August, das Fest des San Esteban im Dezember und die Fiesta del Carnero im August.
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